Teilfertigstellung nach Sanierung des Studentenwohnheims Mainzer Straße 2a

Die Sanierung des Wohnheimkomplexes in der Mainzer Straße schreitet voran / Gemkow zu Besuch beim Bergfest
Dr. Andrea Diekhof, Geschäftsführerin des Studentenwerkes Leipzig und Sebastian Gemkow, Sächsischer Wissenschaftsminister auf der Baustelle Studentenwohnheim Mainzer Straße (Fotorechte: Anne Schwerin)
Dr. Andrea Diekhof, Geschäftsführerin des Studentenwerkes Leipzig und Sebastian Gemkow, Sächsischer Wissenschaftsminister auf der Baustelle Studentenwohnheim Mainzer Straße (Fotorechte: Anne Schwerin)

Zum Bergfest bei der Sanierung im Studentenwohnheim Mainzer Straße 2a kam der Sächsische Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow vorbei, um sich kurz vor dem Start des Wintersemesters über den Baufortschritt zu informieren. Die erste Bauphase wurde gerade abgeschlossen, die zweite läuft an. Für das mehrjährige Sanierungsvorhaben entstehen Kosten von 6,6 Mio. Euro; es wird vom Freistaat Sachsen mit knapp 2,6 Mio. Euro bezuschusst.

Staatsminister Gemkow: "Der Freistaat Sachsen sieht eine wesentliche Aufgabe darin, für Chancengleichheit im Studium zu sorgen – damit Studieren in Sachsen unabhängig von Herkunft und Einkommenssituation gut gelingt. Um dies zu erreichen, schaffen die Studentenwerke eine attraktive und bedarfsgerechte Infrastruktur an den verschiedenen Hochschulstandorten. Bezahlbarer Wohnraum ist ein ganz wesentlicher Teil dieser Infrastruktur. So entlasten die sächsischen Studentenwerke nebenbei auch den freien Wohnungsmarkt, an dem Studierende oft mit anderen Gruppen um bezahlbaren Wohnraum konkurrieren."

Dr. Andrea Diekhof, Geschäftsführerin des Studentenwerkes Leipzig: "In unseren Studentenwohnheimen sind über 20 Jahre nach der grundhaften Sanierung in hohem Maße Sanierungen und Modernisierungen nötig. Seit 2019 stellt der Freistaat Sachsen den Studentenwerken zur Erfüllung ihres sozialen Auftrags wieder Investitionszuschüsse von bis zu 50% für Wohnheimmodernisierungen bereit. Nur mit dieser ergänzenden staatlichen Förderung von Baumaßnahmen ist es uns möglich, sozialverträgliche Mietpreise in den Studentenwohnheimen zu erhalten. Ohne diese staatliche Förderung müsste das Studentenwerk die Baukosten vollständig aus Mieterträgen finanzieren. Dies würde zu einer erheblichen Steigerung der Mietpreise in den Studentenwohnheimen führen. Wir hoffen daher sehr, dass auch die in den kommenden Jahren anstehenden Sanierungsbedarfe in den laufenden Haushaltsverhandlungen zum Doppelhaushalt 2023/24 ausreichend Berücksichtigung finden."

Im Wohnheimkomplex Mainzer Straße 2a mit insgesamt knapp 200 Wohnheimplätzen bestand hoher Sanierungsbedarf, insbesondere bei Lüftungssystem, Heizung und Sanitär. In den Bädern kam es zunehmend zu Schimmelbildung. Daher wurden Sanierungen an raumlufttechnischen Anlagen, Ver- und Entsorgungsleitungen für Heizung und Sanitär sowie am Dach vorgenommen.

Bei der Sanierung wird sehr auf Energieeffizienz geachtet: So setzt das Studentenwerk für die Lüftung künftig auf eine intelligente Systemsteuerung: Statt der bisherigen ungeregelten Einzellüfter je Bad steuert künftig eine zentrale Anlage anhand moderner Mess- und Regelungstechnik die Abluft und Feuchtigkeit je nach Bedarf. An der Heizungsanlage können durch die Umbauten Wärmeverluste bei Heizung und Warmwasserbereitung deutlich reduziert werden. Unter anderem wird die Regelung der Heizkörper umgebaut und es wird für das Warmwasser statt einer zentralen Aufbereitung mit langen Transportwegen effektive Warmwasserstationen in jeder Wohnung geben. Auch bei der neuen Dachabdichtung wird das Thema Energieeinsparung berücksichtigt – mit Hilfe einer effizienteren Dämmung. Für all diese Energiesparmaßnahmen beantragte das Studentenwerk Leipzig beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eine Förderung in Höhe von 449.000 Euro im Rahmen des Programmes "Bundesförderung für effiziente Gebäude".

Das mehrjährige Bauvorhaben wird vom Freistaat Sachsen mit knapp 2,6 Mio. Euro bezuschusst, um die bezahlbaren Mieten in den Studentenwohnheimen trotz gestiegener Baukosten zu erhalten. Im ersten Bauabschnitt wurden seit 1. Oktober 2021 die Häuser in der Mainzer Straße 4 bis 6 saniert. Nach der Fertigstellung gingen ab 1. Juni 114 Wohnplätze in 2er- und 4er-WGs sowie Apartments wieder in die Vermietung. Ein frisch saniertes Einzelzimmer in einer WG in diesem Studentenwohnheim kostet nach der Sanierung mit einem Sanierungszuschlag von 50 Euro zwischen 275 und 295 Euro, ein Einzelapartment bis zu 355 Euro – jeweils inklusive Nebenkosten und Möblierung. Die Sanierung des Daches wird fortgeführt. Gleichzeitig begann die zweite Bauphase der Häuser 2 bis 3 mit 74 Wohnplätzen. Diese wird voraussichtlich bis zum Frühjahr 2023 abgeschlossen sein.

Fast alle Studentenwohnheime des Studentenwerkes Leipzig wurden in den neunziger Jahren mit Hilfe staatlicher Fördermittel grundsaniert. Doch über 20 Jahre nach der grundhaften Sanierung sind in hohem Maße erneut größere Sanierungsmaßnahmen insbesondere an den haustechnischen Anlagen nötig, um die Vermietbarkeit und die langfristige Werterhaltung der Gebäude zu sichern. Aktuell und in den kommenden Jahren besteht ein hoher Sanierungsbedarf in vielen Wohnheimen gleichzeitig, vor allem bei den Küchen, Bädern und der Haustechnik. Seit 2014 saniert das Studentenwerk Leipzig daher kontinuierlich hausweise jedes Jahr rund 300 der insgesamt rund 5.300 Wohnplätze. Im Jahr 2022 läuft neben der Modernisierung im Studentenwohnheim Mainzer Straße 2a als mehrjähriges Bauvorhaben noch die Sanierung von 84 Wohnplätzen in der Tarostraße.